[Amtlicher Beitrag] Silberne Bäume

Rund um den Kirmesplatz und den Kyllgärten bietet sich derzeit ein Schauspiel, das irgendwo zwischen Märchenwald, Gruselfilm und Kunstinstallation pendelt: Silberne Bäume, komplett eingesponnen in feine Netze, die in der Sonne glitzern wie frisch polierte Weihnachtsdeko im Mai. Verantwortlich für dieses Natur-Spektakel ist kein außer Kontrolle geratener Dekorationsverein, sondern die fleißige Steinobstgespinnstmotte.

Besonders hart getroffen hat es die Traubenkirsche – man könnte sagen: das Lieblingsbuffet der kleinen Raupen. Wo sonst satte Blätter den Baum zieren, hängen nun silberne Schleier über den Ästen. Viele fragen sich derzeit: „Ist das Kunst oder kann das weg?“ Die Antwort lautet: Natur. Und zwar eine ziemlich faszinierende.

Die winzigen Raupen arbeiten dabei im Team wie eine perfekt organisierte Crew. Erst wird eingesponnen, dann gemeinsam gespeist – und die Bäume sehen anschließend aus, als hätten sie beschlossen, künftig als Geisterbäume Karriere zu machen. Doch keine Sorge: Die Natur kennt den Trick bereits. Nach der „Verpuppung“ treiben die betroffenen Bäume erneut aus und werden wieder grün. Die Traubenkirsche ist also zwar kurzfristig Opfer, aber keineswegs verloren.

Und dann kommt die überraschende Wendung: Aus den eher unbeliebten Raupen entstehen später tatsächlich hübsche kleine Motten beziehungsweise Schmetterlinge.

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